Ausgangslage / Erfordernisse


Allgemeine Situation

Fast alles ist heute ökonomisiert. Eine mediale Reizüberflutung behindert Phantasie und Kreativität. Das Finden der inneren Ruhe fällt Menschen zunehmend schwerer in einer beschleunigten Welt. Viele brauchen spezielle Betreuungen, teilweise auch Medikamente. Den gesunden Ausgleich von Körper, Geist und Seele muss allerdings jeder für sich alleine finden. Das können geschaffene Systeme und die aufgebaute Routine nicht.


Erkannter Änderungsbedarf

Die Gesellschaft braucht neue Impulse zur Bewältigung des schwieriger gewordenen Miteinanders und der persönlichen Sphäre. Die Sicherstellung einer gesunden Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft kann nur dann gelingen, wenn Erwachsene ihre Verpflichtung gegenüber Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen ernsthaft wahrnehmen. Ihnen muss es ermöglicht werden sich körperlich, seelisch und geistig gesund zu entwickeln, um eine zufriedenere Gesellschaft von Morgen zu erreichen. Staatliche und kirchliche Organe können grundsätzlich auch Hilfestellung leisten, sind aber systembedingt oftmals nicht schnell genug für die globale Rasanz.

 

Es geht um unsere Kinder und Jugendlichen. Sie und wiederum ihre Kinder bilden die kommenden Generationen. Folgende Fragestellungen

drängen sich auf:

  • Sind sie auf die neuen globalen Erfordernisse optimal eingestellt? Wie nah ist ihnen trotz hoher Technik-Affinität noch Natur und Umwelt
  • Schaffen sie den Spagat zwischen den Ansprüchen einer sich verändernden Gesellschaft und ihrer persönlicher Entwicklung
  • Wo kommt ihre Kreativität zum Einsatz? Wo findet der Forscherdrang seinen Raum? Hat das „Kindliche“ noch Platz?

Vorhandenes Umfeld und Bedingungen

In unserer Bevölkerungsstruktur gibt es massive Unterschiede der sozialen Lebensbedingungen mit unterschiedlichen Interessen und Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen. Die Lebensumstände nicht weniger Kinder und Jugendlicher sind gekennzeichnet durch beengte Wohnverhältnisse, minimierte Spielund Lernräume und wenig Förderung durch die Eltern. Insbesondere solche Kinder fallen häufiger durch Konzentrations- und Lernschwierigkeiten, fehlende Ausdauer und Ungeduld auf. Defizite im Bereich der sozialen Kompetenz äußern sich vor allem in einer aggressiven Art der Kommunikation und einer mangelnden Konfliktfähigkeit.

 

Eine konsumorientierte Grundhaltung, unreflektierter Umgang mit Fernsehen, Spielekonsolen und dem Internet wirken auch gegen den Einfluss von Schule, Elternhaus, Sportvereinen und außerschulischer Jugendarbeit. Zahlreiche Kinder und Jugendliche kommen aus einem wohlbehüteten elterlichen Umfeld haben weniger belastende Lebensumstände und suchen eher nach Herausforderungen im Leben. 

 

Und es gibt eine weitere Gruppierung von Kindern und Jugendlichen, die im Überfluss leben. Ihnen fällt es oft nicht leicht, sich in eine Gemeinschaft initiativ einzubringen, sich dankbar zu zeigen. Sie sind es eher gewohnt „machen zu lassen“. 


Bestehende Defizite

Öffentliche Jugendeinrichtungen haben teilweise ein unattraktives Angebot und befinden sich in keinem guten Zustand. Defizitär sind auch die auf die Zukunft ausgerichteten Inhalte. Diese Situation mag einer gesellschaftlichen und politischen Gleichgültigkeit bzw. Ratlosigkeit bis Überforderung, fehlenden Finanzmitteln und unzureichend ausgebildetem Personal geschuldet sein. Aber auch an mangelnden Mitwirkungsmöglichkeiten und Einflussnahmen der Jugendlichen bei der Umsetzung ihrer Anliegen und Vorstellungen. Ein konstruktives Mitwirken von Kindern und Jugendlichen kann hier zu einem besseren Ergebnis führen.