Stadtentwicklung auf genossenschaftliche art

Das Ziel der 2013 gegründeten „VierViertel für Mettmann eG“ ist die Unterstützung bei der  Entwicklung innerstädtischer Lebensräume, da wo Defizite erkennbar sind,  und wo die Steuergelder zu keinen zufriedenstellenden Lösungen bisher beigetragen haben, ohne jedoch auf diese verzichten zu wollen. 

Die Idee: Anteilseigner erwerben Genossenschaftsanteile (ein Anteil beträgt 500 Euro) und können damit indirekt erreichen,  dass der Verkehrswert einer eigenen Immobilie  nicht weiter fällt bzw. dass er steigt.
Neben dieser (nüchternen) Perspektive kann und darf Spaß an Projekten hinzu kommen, die quasi im verlängerten Wohnzimmer erreichbar sind. Jedenfalls näher liegen als irgendwelche Anlagefonds.
Die Rendite soll sich erwirtschaften aus den betreuten Projekten.
Mit der neuen NRW Landesregierung ab 2017 wurde es erstmalig möglich, dass Privatinitiativen - wie auch VierViertel für Mettmann eG -  größere Fördersummen direkt (und nicht nur wie bisher über die Kommune) beantragen können. Solche Anträge sind bisher gestellt worden - mit wechselndem Erfolg, denn die Politik setzt individuelle Förderprioritäten.
Mitanlass für die Gründung von VierViertel für Mettmann eG waren die verwahrlosten  „Overhoffschen Höfe“ im Stadtzentrum, die saniert und neu entwickelt werden sollten, die dunkle alte Kirchtreppe, ein Angstraum,  drei alte denkmalgeschützte Fachwerkhäuser in der  historischen Altstadt , die verfielen sowie andere erhaltenswerte Häuser mit historischen Bauteilen, die nicht auf die eigenen Beine kommen wollten.
Hinzu kamen dann mehr und mehr ideelle Projekte wie das Projekt Nachbarschaft 2.1 zur Verbesserung der direkten Nachbarschaft, ein selbst verwaltetes Jugendzentrum, Beteiligung an Bürger-Initiativen,  die maßgebliche Mitgestaltung der 1111Jahr-Feier der Stadt Mettmann,
die Unterstützung des neuen Kunsthaus Mettmann e.V., der neuen Kulturvilla, des erneuerten Restaurants Stadtwaldhaus, die Initiative für einen ersten freiwilligen autofreien Sonntag im Mai  2019, und die Unterstützung div. Privatleute, wenn sie gleiche Ziele wie VierViertel für Mettmann eG verfolgen.

Kurz: VierViertel für Mettmann eG will für die Bürger der Stadt Mettmann da sein ! ( ...wenn es um die Verbesserung ihres Lebensumfeldes geht !




Mit dem genossenschaftlichen Konzept hat sich "VierViertel für Mettmann" 2016 beim Ideenwettbewerb der NRW.BANK beworben und in einer Vorauswahl von 61 eingereichten Projekten die Finalteilnahme erworben. Die Finalisten konnten bei einem „Ideen-Mining“-Workshop der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster teilnehmen. Dort widmete sich die Genossenschaft einem ergänzenden Projekt: einem systemunabhängigen und sich selbst verwaltendes Jugendzentrum. Es geht um Freizeit, Kreativität, Selbstfindung, Berufsausrichtung, eigenständige, kleinere Projekte – orientiert an zukünftigen Herausforderungen.

 

Die Genossenschaft belegt in der Abschlussveranstaltung am 3.2.2017 mit Finalpräsentationen aller 12 Finalisten den 3. Platz und den 1. Platz in der Kategorie Quartierentwicklung.



Aus einem Bericht des RWGV:

Wer mit Peter Feyen durch das Zentrum seiner Geburts- und Heimatstadt Mettmann schlendert, stößt auf zahlreiche Zeugnisse seines Engagements für eine lebens- und liebenswerte Innenstadt: Zwei renovierte Fachwerkhäuser hier, eine von ihm eigenhändig restaurierte Holz-Eingangstür dort und überall an den Häusern kleine Schilder mit interessanten und informativen Aufschriften. Die Altstadt der niederbergischen Kreisstadt Zug um Zug attraktiver machen, hat sich der promovierte Chemiker im Ruhestand zum Ziel gesetzt. Weil dieses Ziel in einer Gemeinschaft leichter zu realisieren ist, rief der 68-Jährige mit Gleichgesinnten die Genossenschaft „VierViertel für Mettmann“ ins Leben.

 

Mit Peter Feyen als Vorstandsvorsitzendem an der Spitze hat die Genossenschaft in den drei Jahren ihres Bestehens mit Ideen, Anregungen und Taten zur Stadtentwicklung vielfach positiv auf sich aufmerksam gemacht. So gelang es, marode Hausfassaden zu erneuern, zwei vom Verfall bedrohte Fachwerkhäuser zu retten oder einen öffentlichen Angstraum durch eine optische Aufwertung und die Installation neuer LED-Lampen zu beseitigen. Das Engagement von „VierViertel für Mettmann“ für mehr Aufenthaltsqualität in der historischen Innenstadt ist jüngst auch auf überörtlicher Ebene gewürdigt worden: Bei einem Ideenwettbewerb der NRW-Bank errang die bergische Genossenschaft den mit 5.000 Euro dotierten dritten Preis.

 

In diesem Wettbewerb ging es um kreative und innovative Ideen, mit denen die Lebensqualität in Kommunen verbessert werden kann. In den Wettbewerbskategorien „Integration“, „Quartiersentwicklung“, „Entwicklung des ländlichen Raums“ und „Wirtschaftsförderung“ konnten Beiträge eingereicht werden. Aus 61 Beiträgen hatte die Jury zunächst die 17 besten ausgewählt. Zwölf der Finalisten – darunter auch „VierViertel für Mettmann“ - nahmen die Chance wahr, ihre Ideen in Workshops der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster weiter zu konkretisieren und auf der Abschlussveranstaltung zu präsentieren.

 

Beteiligt hatte sich die Mettmanner Genossenschaft mit ihrem jüngsten und vielleicht ehrgeizigsten Projekt: Der „Jugendscheune“. Die Idee dahinter: Umwandlung eines zentrumsnahen Bauernhofes in ein selbstverwaltetes Jugendzentrum mit zahlreichen Angeboten zu praktischer Betätigung und persönlicher Fortentwicklung.